Fragen und Antworten

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum ärztlichen Bereitschaftsdienst

Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist für Patienten da, die außerhalb der regulären Sprechzeiten dringend ärztliche Hilfe brauchen. Er ist für Patienten gedacht, die nicht lebensbedrohlich erkrankt sind, aber mit ihren Beschwerden auch nicht bis zur nächsten Sprechstunde warten können.

Bei schweren Unfällen und lebensbedrohlichen Notfällen ist die 116117 die falsche Anlaufstelle. In diesen Fällen muss der Notruf 112 gewählt werden.

 

Wenn Patienten ihre Beschwerden, zum Beispiel eine leichte Erkältung, einordnen können und Hausmittel oder Medikamente vorerst helfen, sollten sie besser am nächsten Werktag zu ihrem Hausarzt gehen. Der Bereitschaftsdienst ist vor allem für Patienten gedacht, die akute ärztliche Hilfe brauchen.

Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist immer dann für die ärztliche Versorgung da, wenn die meisten Praxen geschlossen sind; also in den Abend- und Nachtstunden, am Wochenende, an Feiertagen und mittwoch- sowie freitagnachmittags. Zu diesen Zeiten sind die Vermittlungszentralen der Kassenärztlichen Vereinigungen über die 116117 telefonisch erreichbar.

Patienten, die zu den regulären Öffnungszeiten der Praxen die 116117 anrufen, weist in der Regel eine Bandansage auf die Bereitschaftsdienstzeiten in ihrer Region hin. Zudem empfiehlt die Ansage, einen niedergelassenen Arzt aufzusuchen.

In Bayern, Berlin, Hamburg und Hessen sind die Vermittlungszentralen rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr besetzt und über die 116117 erreichbar.

In Hamburg und Berlin werden Leistungen des Bereitschaftsdienstes auch während der regulären Praxisöffnungszeiten angeboten.

Bereitschaftsärzte behandeln Erkrankte entweder in der eigenen oder in einer Bereitschaftsdienstpraxis, die Patienten aufsuchen können. Wenn der Gesundheitszustand des Patienten dies nicht erlaubt, kommt der Arzt auch zum Patienten nach Hause.

Im Bereitschaftsdienst engagieren sich niedergelassene Ärztinnen und Ärzte aus der jeweiligen Region. Sie leisten den Dienst zusätzlich zu ihrer täglichen Arbeit in der Praxis und sorgen so dafür, dass medizinische Hilfe zur Verfügung steht – auch wenn gerade keine Sprechstunde ist. Am ärztlichen Bereitschaftsdienst beteiligen sich grundsätzlich Ärzte aller Fachgruppen. Sie nehmen regelmäßig an Fortbildungsmaßnahmen teil, die sie für den ärztlichen Bereitschaftsdienst qualifizieren.

Auch bei akuten Krankheitsfällen von Kindern können sich Erwachsene an die 116117 wenden. Die regionalen Leitstellen informieren Anrufer über den allgemeinen ärztlichen Bereitschaftsdienst bzw. den kinderärztlichen Bereitschaftsdienst in der Region, falls es einen solchen gibt.

Mit einem erkrankten Kleinkind rufen Sie bitte die 116117 an, um sich über spezifische Versorgungsangebote in Ihrer Region zu informieren.

Ja, es gibt Bereitschaftsdienstpraxen mit Kinder- und Jugendärzten, Frauenärzten, Hals-Nasen-Ohren-Ärzten oder Augenärzten. Suchen Sie hier nach Standorten in Ihrer Nähe

In Thüringen erreichen Sie unter der 116117 auch den zahnärztlichen Bereitschaftsdienst. In allen anderen Bundesländern erreichen Sie unter der 116117 ausschließlich den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Um Hilfe bei akuten zahnmedizinischen Problemen zu erhalten, wenden Sie sich bitte an den zahnärztlichen Bereitschaftsdienst in Ihrer Region.

Zahnärztliche Bereitschaftspraxen finden

Nein, die 116117 ist eine sogenannte Kurzwahl-Nummer, analog beispielsweise zur Behördenrufnummer 115. Diese Nummern sind deutschlandweit ohne Vorwahl zu erreichen – sowohl vom Festnetz als auch vom Handy aus.

Die Nummer ist für den Anrufer immer kostenfrei – egal, ob er vom Festnetz, vom Mobiltelefon oder über das Internet (Voice over IP) anruft.

Die Rufnummer ist prinzipiell auch aus dem Ausland erreichbar, sofern Sie die Länderkennung +49 vorsetzen. Dies kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn Sie für einen Angehörigen in Deutschland den Bereitschaftsdienst alarmieren wollen. Achten Sie dabei darauf, die Adresse der Zielperson in Deutschland anzugeben, damit Sie an den zuständigen Bereitschaftsdienst vermittelt werden können.

Grundsätzlich ist der Anruf der 116117 aus dem EU-Ausland seit der Einführung des RLAH-Prinzips (Roam-like-at-Home) kostenfrei. Dies hängt mitunter aber auch von Ihrem Mobilfunktarif ab. Bitte erkundigen Sie sich Bedarf bei Ihrem Telefonanbieter.

Unter 112 erreicht man den Rettungsdienst, der innerhalb kürzester Zeit beim Patienten ist. Dieser ist für lebensbedrohliche Erkrankungen zuständig. Mit der 116117 erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Er versorgt Erkrankungen, mit denen Patienten während der Sprechzeiten in eine Arztpraxis gehen würden.

Liegt bei Ihnen ein Notfall vor, werden wir diesen an die zuständige Rettungsleitstelle weiterleiten. Zudem sind die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den 116117-Servicecentern überwiegend medizinisches Fachpersonal aus den Berufsgruppen: Medizinische Fachangestellte, Rettungsdienstfachpersonal oder Gesundheits- und Krankenpfleger. Diese Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nehmen Ihre Anliegen entgegen und schätzen diese medizinisch ein.

Alle verwendeten Informationen von Anrufern werden vertraulich behandelt. Für eine datenschutzrechtlich einwandfreie Umsetzung des Dienstes wurde der Datenschutzbeauftragte der Bundesregierung bereits von Anfang an in die Planungen mit eingebunden.

Die Vermittlung erfolgt über ein ausgeklügeltes technisches System, das „Intelligente Netz“, das im Hintergrund der 116117 abläuft: Wählt ein Patient zum Beispiel in Bremen die sechsstellige Nummer, spürt das System in Sekundenschnelle anhand der automatisch übermittelten Vorwahl auf, woher der Anruf genau kommt und welcher Bereitschaftsdienst für ihn zuständig ist.

Dies alles geschieht in der Regel automatisch – und vom Anrufer unbemerkt. Schon nach wenigen Sekunden ist der Anrufer mit dem richtigen Dienst verbunden.

Kann der Standort des Anrufers nicht ausfindig gemacht werden, wird er gebeten, seine Postleitzahl mitzuteilen. Die Weiterleitung an den jeweiligen Bereitschaftsdienst erfolgt danach automatisch oder über eines der eigens für diese Fälle eingerichteten 116117-Service-Center.

Die Mitarbeiter im Service-Center können den Patienten anhand seiner Adresse problemlos an den richtigen Bereitschaftsdienst vermitteln.

Anhand der Vorwahl kann das System in der Regel erkennen, aus welcher Stadt oder Region der Anruf kommt. Deshalb funktioniert das nur über Festnetz und nicht über Mobiltelefon.

Wenn ein eingehender Anruf nicht eindeutig einer bestimmten Region zugeordnet wird, übernimmt das zentrale Service-Center. Dieses bestimmt den Standort des Anrufers und leitet ihn umgehend an den zuständigen Bereitschaftsdienst weiter.

Die Kosten der Behandlung werden von den gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen (hier abhängig vom Vertrag und Selbstbehalt) übernommen. Die Logistikkosten für den ärztlichen Bereitschaftsdienst – also die Kosten für die Organisation, die technische Umsetzung, den Aufbau und Betrieb der Leitstellen und Service-Center etc. – werden von den niedergelassenen Ärzten finanziert.

Der ärztliche Bereitschaftsdienst versorgt auch Patienten, die privat krankenversichert sind. Der Arzt rechnet dann über die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab und die Patienten können die Rechnung – je nach Vertrag – bei ihrer Krankenversicherung einreichen.